Wirtschaftliche Lage in Mittel- und Osteuropa

— Pressemitteilung —

Trotz Lockerungen der Beschränkungen im Jahr 2021 und dementsprechend des soliden Wachstums der regionalen Wirtschaft der mittel- und osteuropäischen Länder, bleibt die anhaltende Pandemie ein Hauptrisiko. Die regionale Inflationsrate stieg auf 4,8 Prozent gegenüber den 4,3 Prozent im Juli. Der Grund dafür ist die Zunahme des Preisdrucks in allen Ländern der Region. Die steigenden Rohstoff- und Energiepreise haben begonnen sich auf Länder, in denen das verarbeitende Gewerbe einen bedeutenden Anteil des Bruttoinlandsprodukts ausmacht, auszuwirken. Vor allem sind die Tschechische Republik, Slowenien, die Slowakische Republik und Ungarn betroffen. Laut den Angaben der EBWE geben die Haushalte in der Region im Durchschnitt mehr als 15 Prozent ihres Einkommens für Versorgungsleistungen aus, was über dem Niveau der fortgeschrittenen europäischen Volkswirtschaften liegt. In Deutschland beispielsweise liegt der entsprechende Wert bei etwa 7 Prozent. Unterbrechungen der Versorgungskette belasten ebenfalls das Wachstum in einigen Volkswirtschaften. Für 2022 prognostizieren die Ökonomen der EBWE eine Abschwächung des Wachstums in der Region auf 4,7 Prozent.

Polen

Die Wirtschaftstätigkeit nahm im dritten Quartal weiterhin an Tempo zu. Die Exporte erholten sich schnell, während die Inlandsnachfrage die Importe noch schneller beschleunigte. Steigende Preise für Versorgungsgüter und ein Mangel an industriellen Komponenten führen zusammen mit der steigenden Inlandsnachfrage zu einer Inflation, die im September 5,9 Prozent erreichte. Ein BIP-Wachstum von 4,9 Prozent wird für das Jahr 2021 und 4,8 Prozent für das Jahr 2022 prognostiziert.

Slowakei

Abgesehen von der prognostizierten wirtschaftlichen Situation, bewerten die deutschen Unternehmen die Geschäftslage in der Slowakei weiterhin als attraktiv. Dem Ergebnis einer Analyse der Steuerberatungsfirma BMB Partners zufolge weisen die deutschen Unternehmen den höchsten Anteil am Steueraufkommen der 300 größten Firmen im Land. Es gibt allerdings auch Schattenseiten, die berücksichtigt werden müssen. Fachkräftemangel ist eine der wichtigsten Herausforderungen für die Unternehmen aus Deutschland, was die Lohn- und Gehältersteigerung verursacht.

Laut der Prognosen der EBWE wird ein BIP-Wachstum im Jahr 2021 von 4,0 Prozent geschätzt, im Jahr 2022 dürfte es auf 5,0 Prozent steigen.

Ungarn

Die Gesamtinflation lag im September bei 5,5 Prozent. Die gestiegenen Energiepreise in Verbindung mit weltweiten Lieferengpässen wirken sich negativ auf das verarbeitende Gewerbe Ungarns aus. Der Aufschwung nach der Krise dürfte durch Investitionen, die aus EU-Mitteln finanziert werden, gefördert werden. Das BIP-Wachstum bleibt den Prognosen zufolge im Jahr 2021 bei 7,7 Prozent, bevor es in 2022 auf 4,8 Prozent sinken wird.

Tschechien

Das Wirtschaftswachstum dürfte sich 2022 beschleunigen, wenn die Auswirkungen der Pandemie abklingen und die verbleibenden Beschränkungen aufgehoben werden. Die Analysten von FocusEconomics gehen davon aus, dass das BIP im Jahr 2022 um 4,6 Prozent und im Jahr 2023 um 3,6 Prozent wachsen wird.

Rumänien

Obwohl sich das BIP-Wachstum im nächsten Jahr verlangsamen könnte, wird es stabil bleiben, da die weiteren Lockerungen der Covid-19-Beschränkungen die Inlandstätigkeit und die Auslandsnachfrage ankurbeln werden. Analysten von FocusEconomics zufolge wird die Wirtschaft im Jahr 2022 um 4,8 Prozent und im Jahr 2023 um 4,0 Prozent wachsen.

(Quelle: Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, EBRD, FocusEconomics)