Pressemitteilung

— Wirtschaftslage in Westeuropa 2026 —

Die wirtschaftliche Entwicklung in Westeuropa verläuft 2026 uneinheitlich. Im Euroraum stieg das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um 0,4 % gegenüber dem Vorquartal und um 1,0 % gegenüber dem zweiten Quartal 2025. Gleichzeitig lag die jährliche Inflationsrate im Juli bei 2,9 %, nach 2,8 % im Juni. Neben dem Wirtschaftswachstum bleiben damit die Preisentwicklung und die weitere Geldpolitik wichtige Faktoren.

Deutschland

Die deutsche Wirtschaftsleistung stieg im zweiten Quartal 2026 um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal, nach 0,4 % im ersten Quartal. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde das Wachstum insbesondere durch die Exportentwicklung gestützt. Gegenüber dem zweiten Quartal 2025 lag das preisbereinigte BIP um 1,0 % höher.

Am Arbeitsmarkt waren im August saisonbereinigt rund 2,996 Millionen Menschen arbeitslos. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote blieb bei 6,4 %.

Spanien

Spanien verzeichnete unter den hier betrachteten großen Volkswirtschaften das stärkste Wachstum. Das BIP stieg im zweiten Quartal um 0,7 % gegenüber dem Vorquartal und um 2,7 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Binnennachfrage leistete dabei einen positiven Beitrag, während die Auslandsnachfrage das Wachstum dämpfte.

Italien

In Italien stieg das BIP im zweiten Quartal um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal und um 1,0 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Im August verbesserten sich zudem die Stimmungsindikatoren leicht: Sowohl das Verbraucher- als auch das Unternehmensvertrauen nahm gegenüber Juli zu.

Frankreich

In Frankreich stagnierte die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal mit 0,0 % gegenüber dem Vorquartal. Im ersten Quartal war das BIP um 0,2 % zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die vorläufige Inflationsrate im August auf 2,4 %, nach 2,1 % im Juli.

Großbritannien

Die britische Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal um 0,4 % gegenüber dem Vorquartal, nach 0,6 % im ersten Quartal. Das Wachstum wurde insbesondere vom Dienstleistungssektor getragen. Die Verbraucherpreisinflation lag im Juli bei 2,9 %.

Insgesamt zeigen die aktuellen Daten ein moderates, aber unterschiedlich starkes Wachstum in Westeuropa. Spanien weist derzeit die höchste Wachstumsrate unter den betrachteten Ländern auf, während Frankreich im zweiten Quartal stagnierte. Deutschland, Italien und Großbritannien verzeichneten moderate Zuwächse.

Gleichzeitig bleibt die Inflation ein wichtiger Faktor für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Die Europäische Zentralbank ließ ihre Leitzinsen im Juli unverändert und betont weiterhin einen datenabhängigen Ansatz. Wie sich Wachstum, Inflation und Geldpolitik in den kommenden Monaten entwickeln, dürfte daher für die wirtschaftliche Lage in Westeuropa im weiteren Jahresverlauf 2026 entscheidend sein.